Stadt Bitburg


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Aus dem Stadtarchiv - „Die Freiheit, auf der Feuerstelle mit anderen zu kochen!“

28.12.2017


Es ist heute selbstverständlich, dass zu jeder Wohnung eine Feuerstelle – ein Herd – gehört. Das war in früheren Zeiten in Bitburg nicht immer der Fall. – Am 9. Januar 1824 machte Joseph Post, Förster und Waldhüter, sein Testament. Notar Thilmany erschien am Krankenbett und schrieb den letzten Willen des schwer erkrankten Post auf. Post hinterließ drei Kinder aus seiner ersten Ehe, er hinterließ aber auch seine zweite Frau Anna Maria Enck, die aus Sülm stammte. Offenbar hatte es in letzter Zeit zwischen den Kindern aus erster Ehe und der „Stiefmutter“ wiederholt Streit gegeben. Um im Hause „Ordnung zu schaffen“, bestimmte Post, dass seine Frau ein Zimmer „ober der Stube“ bewohnen dürfe. Im Keller musste man ihr Platz lassen für ihr Gemüse. Der Garten „Auf dem Gieren“ sowie ein Feld „Unter Brodenheck“ konnte sie genießen. Im Haus sollte es friedlich zugehen und die Frau musste die „Freiheit“ haben, „auf der Feuerstätte mit anderen zu kochen“. Der Kranke bat seine Tochter Margaretha, die den Bitburger Bürger Peter Gillen geheiratet hatte, inständig ihrer Stiefmutter „immer mit kindlichem Respekt zu begegnen und mit ihr womöglich gemeinschaftlich und friedsam zu leben. Ich wünsche und gehoffe, dass meine Frau auch gegenseitig sich gegen diese meine Tochter so betragen wird, dass keines von beiden persönlich Klagen angeben soll.“
Post starb nach den Unterlagen der Bitburger Standesamtes etwa einen Monat später im Februar 1824. Ob es danach immer friedlich im Haus zuging, kann man hoffen; die Witwe blieb jedenfalls in Bitburg wohnen und starb erst 9 Jahre später 1833 im Haus Nr. 187 in der Schakengasse.
P.N.



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