Weitere Daten und Tatsachen aus der Geschichte Bitburgs

Übersetzt vom VHS Kurs im 1. Halbjahr 2026

Weitere Daten und Tatsachen aus der Geschichte Bitburgs (843-1810)

843 bei der Teilung des Frankenreiches durch den Vertrag von Verdun kam der Bidgau an den Kaiser Lothar.

845 schenkte Kaiser Lothar auf Bitten seines Ministerialen Matfried dem Fulkrad die Villa Bettingen in Pago Behensis.

870 bei der Teilung des Reiches Lothars im Vertrag zu Mersen wurde unsere Gegend König Ludwig dem Deutschen zugeteilt.

1056 schlug der Erzbischof von Trier den Grafen Heinrich I. von Luxemburg in der Gegend von Bitburg.

1239 erklärte Erzbischof Dietrich von Trier, daß Gräfin Ermesinde zu Luxemburg und ihr Sohn Heinrich sich im Besitz des „Oppidi Bitburg“ als eines Lehens des Erzbischofs Trier befinden. Der Erzbischof behielt sich ein kostenfreies Haus aus.

Die Grafen von Luxemburg belehnten mit der Propstei und anderen Gütern einen Ritter, der nun den Namen „von Bitburg“ annahm. Die Stadt war aber der Sitz mehrerer Rittergeschlechter.

1304 wird Johann von Bitburg als Ritter, Probst und Erzprobst von Bitburg genannt. Seine Söhne Heinrich und Laudolf gründeten zwei Linien. Heinrichs Sohn Nikolaus hinterließ aus seiner Ehe mit Lisa von Mörsdorf 2 Söhne: Laudolf und Nikolaus. Aus der Ehe dieses Laudolf mit Maria von Wilsecker entsprossen ein Sohn Laudolf (der ohne Nachkommen starb) und eine Tochter Agnes, die sich 1450 mit Johann von Enschringen vermählte und ihm einen Anteil von Bitburg zubrachte. Johann von Enschringen starb 1477. Aus seiner Ehe waren 10 Söhne und 4 Töchter hervorgegangen.

Aus der Ehe des letztgenannten Nikolaus von Bitburg mit Lisa von Biwels entspross eine Tochter Eva, die sich 1469 vermählte mit Adam von Nassau zu Detzem und Neuerburg und demselben einen Anteil der Burg zu Bitburg einbrachte. Ein Urenkel eines Laudolf von Bitburg, Namens Simon von Bitburg, erhielt 1484 von der Abtei St. Maximin zu Trier Augh (d.i. Auw) und Matzen zu Lehen. Es wird wohl derselbe Laudolf von Bitburg gewesen sein, der als Sohn Dietrichs genannt wird. Aus seiner Ehe mit Elsa von Gundersbach hinterließ er 2 Söhne; Laudolf und Dietrich, die beide Nachkommen hatten. 1622 ist ein Anteil von Bitburg in Händen des Christoph von Esch, der ein Urenkel Laudolfs von Bitburg und Marias von Utrecht war. 1637 starb der Mannesstamm aus.

1345 verpfändete König Johann von Böhmen aus dem Hause Luxemburg die Stadt Bitburg an Erzbischof Balduin von Trier, ebenfalls aus dem Hause Luxemburg. Doch löste Johanns Sohn Wenzel von Böhmen bereits 1358 das Pfand wieder ein. (Wie es scheint, wurde Bitburg nochmals an Trier verpfändet, das es dann bis ins 15. Jahrhundert besaß.)

1348 wütete die Pest oder der „Schwarze Tod“ in Stadt und Land. Da man den Juden die Ursache des vielen Sterbens zuschrieb, wurden sie verfolgt und viele erschlagen.

1406 belehnte Erzbischof Werner den Herzog Ludwig von Orleans mit Bitburg.

1439 belehnte Erzbischof Jakob von Syrck Elisabeth von Görlitz, Herzogin von Luxemburg, „mit der statt und vestungen Biddburg mit ihren Zugehörungen.“

1455 wurde Bitburg dem Grafen Ruprecht von Virneburg verpfändet, bald aber von Luxemburg wieder eingelöst.

Im gleichen Jahrhundert war Stadt und Propstei (Verwaltung der geistlichen Güter) auch einmal dem Herrn von Schleiden verpfändet. Verschieden von der Herrschaft war die landesherrliche Propstei, mit deren Verwaltung die Besitzer der Herrschaft zeitweise beauftragt wurden. Zur Propstei gehörten Stedem, Dockendorf, Birtlingen, Masholder, Stahl, Badenbornerhof, Messerich, Meckel, Hüttingen, Teile von Pickliessem und ein Teil von Fliessem.

1510 berichtet Dimo Rehwein von der Eifel: „Dies Land ist von Natur umgeschlagt, rauh von Bergh und Thal, kalt und mit Rägen überschüttet. Die Einwohner sind arbeitsam, haben sinnreiche Köpfe, hangen am Ackerbau und warten das Vieh. Es hat Vieh, Wildprät und Frucht; wo es rauher ist, Haben und wenig Frucht.“

1552 schreibt Sebastian Münster über die Eifel: „Wiewol dies ein trefflich rauh Land und Birig ist, stoßt an das Lützelburger Land… usw. Die Graunschaft (Grafschaft) von Vianden hat der Graun zu Dillenburg-Nassau. Drin liegt die Stadt St. Vith, die Lützelburgisch ist. Die Eiflerhandierung ist Rindvieh, Honig, Wachs. Das Vieh kommt von Bastnacht [Bastogne], heißt dort Land Östling, von dem großen Wald, genannt Ardennenwald.“ (Anmerkung hierzu: Der Name heißt wirklich „Ösling; Isling; im Volke Isleck“ nicht Östling, weil der östliche Teil der Ardennen.)

1694 wurde das Stadthaus (jetzt Kreis-Museum) erbaut.

Im 30jährigen Kriege erlitt Bitburg viele Drangsale. Die Bürger schlachteten in der Not ihre Ziegen, steckten die Ziegenköpfe auf Stangen und hielten sie über die Stadtmauer. Die Feinde meinten, die Bürger hätten noch allerhand zu haben und zogen ab. Daher rührt die Sage von den „Bebriger Gäßestrepperm“.

1643 starb der kaiserliche Rat und Gesandte in Brüssel, Hubert de Hamm, ein geborener Bitburger.

1667 wurde Bitburg von den Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. erobert und seine Mauern niedergerissen.

1672 wurde die Familie J.M. Staudt mit einem „fraindlichen Burghause“ belehnt.

1687 wurde die Stadt von den Mordbrennern Ludwig XIV. in Asche gelegt. (Es ist sicher, dass hierbei viele wertvolle Altertümer vernichtet wurden.)

Am Anfange des 18. Jahrhunderts kaufte Christoph von Arnoult die Herrschaft Bitburg. Seine Tochter erhielt bei ihrer Verheiratung mit dem Grafen von Wiltz Bitburg als Mitgift.

1731 kaufte Johann Baptist von Blockhausen die Herrschaft. Er vermachte sie 1739 seinem Sohn Franz Joseph. Dieser starb 1786. Seine Witwe war noch 194 im Besitze Bitburgs. Dann wurde die Herrschaft durch die Franzosen aufgehoben. Die Witwe von Blockhausen starb 1822.

1769 wurde die Stadt von einem großen Brande heimgesucht.

1781 wurde auch hier das von Kaiser Joseph erlassene Toleranzedikt für die Protestanten bekannt.

1786 erhielt auf Anordnung Kaiser Josephs unser Bitburg ein Tribunal erster Instanz.

Bis 1795 wurde die Stadt in Luxemburg durch einen Deputierten vertreten.

Zufolge Entscheidung der Regierung von Luxemburg waren Richter und Schöffen von Bitburg frei von Steuern und Einquartierungen.

Zur französischen Zeit wohnten in Bitburg ein Unterpräfekt und ein Hypothekenverwalter. Auch blieb Bitburg Sitz eines Gerichtes erster Instanz.

Die französische Republik hatte ein Gesetz erlassen, dass alle jungen Männer, die 20 Jahre und darüber alt waren, zum Kampfe gegen die deutschen verpflichtete. Nachdem die Franzosen auch rheinische Gebiete in Besitz genommen hatten, mussten auch hier die jungen Männer sich zum Heeresdienste gegen ihre deutschen Brüder stellen. Der Druck der Fremdherrschaft und die Drangsalierung der deutschen Bevölkerung durch rohe Soldatenhorden erzeugten einen Groll gegen die Unterdrücker. Besonders in der Eifel brach die Erregung gegen die Franzosenherrschaft durch und wollte sich die Freiheit erkämpfen. Eifeler Bauern scharten sich zusammen unter der Losung:

„Stell dich in Reih und Glied, das Ganze zu verstärken;

Mag auch, wer’s Ganze sieht, dich nicht darin bemerken.

Stell dich in Reih und Glied und schare dich in Scharen,

Und teilst du nicht den Ruhm, so teilst du die Gefahren!“

Es war vorauszusehen, dass diese kühnen Männer, die nicht kriegsmäßig ausgerüstet und geschult waren und daher „Klöppelarmee“ genannt wurde, gegen so überlegenes großes Heer nichts ausrichten konnten. Allein ein tollkühner Mut und der Hass gegen ihre Quäler waren stärker als die ruhige Überlegung. Am 30. Oktober 1798 kam es bei Arzfeld zum blutigen Treffen. Die Schar der etwa 500 Bauern wurde von den Franzosen umzingelt und verlor 35 Tote. Dazu war fast ein Drittel der Bauern verwundet. Auch am folgenden Tage kam es in dem luxemburgischen Städtchen Clerf zwischen den Eifeler Landleuten und den Franzosen zu einem blutigen Kampfe. Hier waren bei den Bauern viele Jäger, die die Feinde mit wohlgezielten Schüssen empfingen, aber wegen Mangel an Munition auch erliegen mussten. So hatte der Befreiungskampf tapferer deutscher Bauern ein schnelles Ende. Aber ein großer Teil der Klöppelkrieger seufzte in Luxemburg in schwerer Kerkerhaft. Neun von den Anführern wurden erschossen und elf durch das Fallbeil der Revolution hingerichtet. In Arzfeld aber erinnert ein Denkmal an die Erhebung gegen die Fremdherrschaft.

Als dann später der Korse Napoleon Bonaparte die Eifelsöhne zum Kriegsdienst zwang, gab mancher Eifelsohn Haus und Hof, Familie und Heimat, die ihm doch so teuer waren, preis, um dem ihnen aufgezwungenen Kriegsdienst im französischen Heere gegen ihre deutschen Brüder zu entgehen. Wer jedoch von den französischen Häschern erreicht wurde, war verloren. So berichtet ein grauer Findlingsstein auf dem Friedhof der alten Abteistadt Prüm: „In Treue zum Vaterland fielen für die Freiheit jener Heimat: Matthias Mayer aus Lissendorf, Thiery Linck aus Feisdorf, Michel Heinz aus Landscheid, Thiery Lauens aus Bervingen, Matthias Billen aus Landscheid. Sie wurden erschossen auf Befehl Napoleons am 13. Januar 1810.“