Die Germanen im Lande

Bitburg in der Zeit von 500-800 n.Chr.

Johann Zillgen berichtet von der Geschichte Bitburgs und seiner Region von der fränkischen Zeit bis zur Herrschaft Karls des Großen folgendes:

In der Frankenzeit residierte der Gaugraf des großen fränkischen Bidgaues in Bitburg. Der Bidgau reichte über die Mosel und schloss Trier mit ein. Aus der Zeit der Landnahme und Ansiedelung germanischer Eroberer des 5. Jahrhunderts und der Folgezeit künden fränkische Gräberfunde, ebenso die alten Orts- und Flurnamen und viele Pfarrkirchen zu Ehren des heiligen Martin und des heiligen Maximin. Die aus dem Norden kommenden Germanen brachten Ackerbau, Pflug und Handwerk mit, während die später zur Zeit der Völkerwanderung von Osten her in die von den Germanen verlassenen Gegenden eindringenden Slawen den Pflug nicht kannten. Damals gingen im Osten große Strecken germanischen Bodens an die Slawen verloren, die nur zum Teil um 900 durch Heinrich I. wiedergewonnen und mit Niedersachsen, Thüringern, Franken und Flamen besiedelt wurden. Dem germanischen Westen blieb bis heute die Aufgabe, die alten ehemaligen germanischen Gebiete politisch, wirtschaftlich und kulturell zurückzugewinnen.

Die große Aufgabe der neuen Zeit war, den Germanen das Christentum zu bringen. Zwar gab es im römischen Germanien schon christliche Legionäre und auch andere Christen, denn den römischen Heeren folgten christliche Glaubensboten. Doch war das Christentum damals noch nicht allgemein, und die Völkerwanderung vernichtete, was da war. Nun aber kamen Glaubensboten, auch aus den schon bekehrten Ländern Irland und England und lehrten erneut den Christenglauben mit gutem Erfolg, so in unserer Gegend der heilige Willibrord. Doch fehlte dem jungen Christentum in dem weiten Gebiete Germaniens die straffe Einheit, das feste Band an das geistliche Oberhaupt, den Papst, wodurch die Sicherheit gewonnen werden sollte, vor Irrtum und Spaltung bewahrt zu bleiben. Diese große Aufgabe erfüllte Winfried (Bonifatius). Sein Werk in Liebe und Wort und Beispiel trug ihm den Ehrennamen „Apostel der Deutschen“ ein. Auch Karl der Große war ein Förderer des Christentums. Doch benutzte er es zu sehr für seine politischen Ziele zur Ausbreitung seiner Herrschaft über alle deutschen Stämme, und scheute auch nicht davor zurück, deshalb in harten Kämpfen viel Blut zu vergießen.