Im Landeshauptarchiv Koblenz findet sich unter der Signatur Bestand 442, Nr. 3535 die Personalakte von Carl Coupette.
Carl Coupette (1814-1885) war nur ein halbes Jahr in Bitburg Bürgermeister von Januar bis Juli 1848. In seine Regierungszeit fällt jedoch eine große Aufregung, die durch den Bericht von Regierungsassessor Schede verursacht wurde. Coupette spielte eine unrühmliche Rolle in dieser Geschichte. Später wurde Coupette noch Landrat des Kreises Merzig und ab 1855 Instruktionsrichter in Trier. Er starb als Landgerichtsrat 1885 in Trier.
Das im VHS Kurs im Frühjahr 2026 gelesene Dokument hat den Hintergrund der Bewerbung von Coupette für die Aufnahme in das Regierungskollegium in Trier. Coupette wollte sich in der Verwaltung ausbilden lassen um Karriere zu machen.
Dokument vom 07.12.1847
An
seine Excellenz
den Wirklichen Geheimen Staats- und
Cabinetts-Minister
Herrn von Bodelschwingh-Velmede
Ritter hoher Orden in BerlinEur. Excellenz wage ich mit einer Bitte wiederholt zu behelligen, deren Erfüllung einer meiner sehnlichsten Wünsche ist.
Hochdieselben haben, in Gemäßheit hohen Rescriptes vom 22ten vorigen Monats, wegen mir heute durch den hiesigen Herrn Regierungs-Präsidenten Abschrift zugegangen ist, meiner Bitte beim hiesigen Königlichen Regierungs-Collegium beschäftigt zu werden, um mich auch in Verwaltungsfache, ausbilden lassen zu können, hauptsächlich aus dem Grunde Anstand genommen, stattzugeben, weil Hochdieselben unterstellten, dass es meine Absicht sey, mir auf diesem Wege Ansprüche zu eröffnen, später in ein Regierungs-Collegium aufgenommen zu werden. Ich muss sehr bedauern, dadurch zu dieser Unterstellung Veranlassung gegeben zu haben, dass ich mich in meinem Schreiben vom 16ten September d. J. über dasjenige, was ich durch Gewährung meiner Bitte lediglich zu erlangen hoffte, nicht näher ausgesprochen habe und beehre mich deshalb dieses in Nachfolgendem kurz nachzuholen.
Abgesehen davon, dass ich während des Jahres, in welchem ich beim hiesigen königlichen Landgerichte beim öffentlichen Ministerio beschäftigt war, mehrfach Gelegenheit hatte, die Erfahrung zu machen, dass es für den Justizbeamten von großem Vorteile ist, mit dem Verwaltungsdienste näher bekannt zu seyn, ist es nur mein Wunsch, für den Fall, dass mir das Glück zu Theil werden sollte, einmal als Candidat zu einer Landrat Stelle in hiesigem Regierungs-Bezirke gewählt zu werden, mir durch Beschäftigung bei einem Regierungs-Collegium auch notariell die Qualification zu einer solchen Stelle zu erwerben, welche ich formell dadurch erlangt habe, dass ich die dritte juristische Prüfung bestanden habe.
In der freudigen Hoffnung, dass Eur. Excellenz mir zu diesem Zwecke hochgeneigtest gestatten wollen, dass ich während des laufenden Justizjahres, wofür ich bereits den erforderlichen Urlaub erhalten habe, beim hiesigen Regierungs-Collegium beschäftigt werde, verharre ich hochderselbenganz gehorsamster Diener
Coupette
Landgerichtsassessor
