Nikolaus Thilmany war Landrat des Altkreises Bitburg und wurde vom Bitburger Stadtrat in die Versammlung geschickt, die 1848 in der Frankfurter Paulskirche getagt hat. Für seine Verdienste um die Stadt, vor allem im Bereich der Landwirtschaft, wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Bitburg ernannt.
Der VHS Kurs des Stadtarchivs übersetzte in den Jahren 2025 und 2026 die Personalakte von Landrat Thilmany (Landeshauptarchiv Koblenz, Signatur Bestand 442, Nr. 3534) und möchte die Übersetzungen im Folgenden zur Verfügung stellen.
16.12.1840 Meldung des Kindes von Landrat Thilmany
Bitburg am 16. August 1840
Anzahl der Kinder des Landrates zu Bitburg
An den königlichen Regierungs-Präsidenten Herr von Schaper[1] Ritter
Hochwohlgeborenen
Euer Hochwohlgeborenen beehre ich mich in Erledigung des nebenrubrizierten hochverehrlichen Rescriptes ganz gehorsamst anzuzeigen, dass ich ein Kind habe, welches am 31. Juli 1820 geboren worden ist.
Landrat Thilmany
In den Akten, nachdem bei Anstellung des Landrates Lester-Herman der Gebrauch gemacht ist.
[1] Gemeint ist Eduard von Schaper (1792-1868)
26.03.1848 Thilmany wird zum Deputierten der Stadt Bitburg für die Frankfurter Versammlung ernannt
An den königlichen Landrat Herr Thilmany, Ritter hochwohlgeborenen hier.
Euer Hochwohlgeborenen beehre ich mich hiermit die Mitteilung zu machen, dass sie heute durch einstimmigen Beschluss des hiesigen Gemeinderats als Vertreter der Stadt Bitburg bei der am 31ten März und 1ten April des Jahres in Frankfurt am Main stattfindenden Deputierten-Versammlung gewählt worden sind und verkünde damit die Bitte aus gefälligst möglichst bald anzeigen zu wollen, ob sie diese Wahl annehmen können.
Bitburg, den 26ten März 1848
Im Auftrage des Gemeinderats
Der Bürgermeister Coupette
27.03.1848 Urlaubsgesuch Thilmanys vor der Reise nach Frankfurt
Trier den 27. März 1848
An die hochlöbliche Regierung zu Trier
der hiesige Stadtrat hat sich nach dem anliegenden Schreiben des Herrn Bürgermeisters als Deputierten zu der Versammlung Rheinischer oder weitmehr deutscher Städteabgeordneter zu Frankfurt am Main erwählt.
Ich ehre dieses Mandat, aber in einer Zeit wie die gegenseitige, halte ich es wohl für rathsam, dass ich auf mehr Tage mich aus dem Kreise entferne.
Will die königliche Regierung mir aber den Urlaub von 5 Tagen erteilen, so nehme ich die Mission mit Vergnügen an.
Da die Versammlung schon am 31 des Monats in Frankfurt stattfindet, so eilt die von königlicher Regierung zu treffende Entscheidung sehr.
Der Landrat Thilmany
Entscheidung
Auf den Bericht vom 26. des Monats erwidert, dass wie so auch dafür halten, die jetzigen Zeit Verhältnisse Ihre Entfernung aus dem Kreise nicht gestatten und kann Ihnen der erbetene Urlaub zu dem bemeldeten Zwecke nicht ertheilt werden.
Der Regierungs-Präsident
In dessen Vertretung durch Regierungsrath
Unterschrift
18.05.1848 Bericht Regierungskommissars Schedes zu den Geschehnissen in Bitburg
Bitburg, den 18ten Mai 1848
Schon bei meiner ersten Anwesenheit in Bitburg hatte ich Gelegenheit, die Wahrnehmung zu machen, dass dieses Städtchen von einem üblen Geiste der Unordnung aus mißverstandenen und unverdauten politischen und socialen Ideen erfüllt ist, und dies Bemerkung befestigte sich durch alles, was ich auf der ganzen Tour durch die Eifel über Bitburg hörte, endlich aber auch durch die Erlebnisse bei meiner letzten Anwesenheit.
In Bitburg sind viele Volksversammlungen gehalten worden, in deren vielfach Dinge vorgetragen sein mögen, die der Fassungskraft der großen Maße nicht mundrecht gemacht werden konnten, da diese in den Köpfen nicht die ursprüngliche politische und socialistische Gestellung behielten. Die liegen in wiederholter Anwesenheit des Grün[1] in Bitburg
Der Landrat hat sich bei diesen Versammlungen sehr oft beteiligt, gewiss in der allerbesten Absicht aber sein Auftreten, sein vertrauter Umgang mit Grün, der stets bei ihm wohnte, und ihn ganz eingenommen zu haben scheint, hat sehr viel verdorben. Er hat geglaubt, durch Belehrung in den Versammlungen wirken zu können, die Sache ist ihm aber über den Kopf gewachsen und er hat dabei seine Autorität als Beamter eingebüßt, ohne doch der anerkannte Führer der Volkspartei geworden zu sein.
Dazu kommt, dass er sich bei den unruhigen Auftritten auf dem Lande sehr unrichtig verfahren hat. Er hat die Vermittlungsversuche in Wallendorf, Bollendorf und Speicher meiner Ansicht nach viel zu weit getrieben, und sogar ins solchen Fällen die verschiedenen Ungesetzlichkeiten dadurch, dass er versuchte, den Vorfällen nachher eine legale Form zu geben, sanctioniert, wo er die Macht unzweifelhaft in Hände hatte, mit Energie die thörichten Ansprachen zurückzuweisen. Durch diese schwankende Haltung hat er sich die Gemüther der wohlhabenderen Bauern und ich muss es sagen der Beamten durchweg entfremdet; bei der Maße aber hat er durch die an der einzelnen stillen gemachten Concessionen keineswegs das Terrain wieder gewonnen, was er durch den dabei gezeigten Mangel an consequenten Festhalten an dem Gesetz, verloren hat.
Von ganz gewöhnlichen Ackerern kann man hören, dass ihm Mangel an Haltung vorgeworfen wird. So ist es leider ein Factum, was nicht wegzuleugnen ist, dass mindestens in einem großen Teile der Kreises seine Stellung sehr compromittiert ist.
Dazu komt das Bestreben, bei der Wahl im Kleinen für Grün zu wirken, was ihm in der Eifel sehr verdacht wird. Äußerst unangenehme Auftritte standen im September allen nahe bevor.
Bei der Rückwirkung, welche die Vorfälle in Bitburg auf das Land ausüben, komt es wesentlich darauf an, die Stadt Bitburg in Ordnung zu bringen. Das dieselbe sich jetzt nicht im Zustande der Ordnung befindet, dafür sprechen folgende Facta:
- Vor einigen Tagen kam eine 4spannige Chaise[1] durch Bitburg. Sofort hieß es, „der Prinz von Preußen ist darin“, es rottete sich eine Menge von ca. 200 Menschen zusammen, in der ausgesprochenen Absicht ihn aus dem Wagen zu reißen. Man hält dem Besitzer angezündete Streichhölzer vors Gesicht, aus nur dem Umstande, dass dass darauf aufmerksam gemacht wurde, derselbe habe keinen weißen Schnurrbart, hatte er zu verdanken, dass er von persönlicher Misshandlung, die also einem königlichen Prinzen zugedacht war, verschont blieb.
- Die Sache gegen die Adlerschilder kamen fast nirgends als in Bitburg mehr vor. In der Nacht von 15ten auf 16ten ist der des Einnehmers Thanisch gestohlen worden; der Assessor Wolff, zufällig anwesend, hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Der Postwagen, in welchem der Assessor Wolf ausreiste, wurde von einer Menschenmenge umgegeben, welche die Adler abreissen wollte, jedoch nicht dazu kam, an einem anderen Postwagen wurden die Adler schwarz mit Kreide überstrichen.
- Vor 3 Tagen ist eine Anzahl von ca. 30-40 Menschen in der Nacht gegen 12 Uhr durch Bitburg gezogen, hat sich still nach Matzen begeben, dort aber mit Hörensagen solchen Lärm gemacht, dass die Einwohner vor Angst sich nicht aus den Häusern trauten.
- Von dem in Bitburg herrschenden Geiste gibt das Wesen einen Beweis, dass dort gewählte Wahlmänner in am 10ten Mai äußerten, wann eine Compagnie des 26ten Regiments nach Bitburg käme, Es werde sich doch alarmiert werden, und dass gestern allgemein das Gerücht verbreitet war die aus Prüm heimkehrende 7te Companie 30tes Regiment „die Mördercompagnie“ (wegen des Vorfalls am Brückentor) solle vergiftet werden.
Ich bin sehr weit entfernt, auf solche alberne Rodoquoenten und leere Gerüchte alles zu geben, ich sähe durchaus nur die Folgerung, dass die Tage des 2 und 3 May hier Bitburg keine Lehre gewesen sein, und dass die Stimmung doch dieselbe ist, wie sie in Trier vor diesem Juni war.
Der Geiste blieb auch bei mehrfacher freilich sehr leicht zu beseitigender Weigerungen, Einquartierungen aufzunehmen.
Truppendurchmärsche machen gar keinen Effait auf Bitburg; sie sind zu häufig; ich halte es hier für nothwendig, dass wenn auch irgend ein Sproß vorkommt, eine Compagnie (aber nur Compagnie die auch auf dem Kriegsfuss steht, mindestens auf 3-4 Wochen dorthin verlegt werde.
Der Herr Landrat ist der Ansicht, dass eine solche Maßregel eine sehr üblen Eindruck machen würde, kann es darauf nicht mehr ankommen da die Sprache jedenfalls bei allen Gutgesinnten einen sehr viel schlimmeren Eindruck machen, und noch dazu den Pöbel auf dem Lande instigiere (anstachle).
Auf alle weise muss daher der Wiederholung dortiger Überfälle in Bitburg vorgebeugt werden.
Mit der dortigen Bürgerwehr sieht es eigenthümlich aus; die etwa 150 Mann starke „Infanterie“ ist ganz von dem geschilderten Geiste beseelt. Folglich dürften diesem Corps unter keinen Umständen Waffen irgend einer Art gegeben werden. Alle Notabeln von Bitburg und der Umgegend die ich sprach, sind darin mit mir einverstanden. Dagegen spricht sich in einer freilich sehr kleinen Abteilung „berittener Bürgergarde“ die von dem Friedensrichter Wutzer commandiert wird, ein guter Geist aus: die Erklärung der Mannschaft, die Dienst als Hülfmannschaft der Gendarmerie versehen zu wollen bürgt,, neben der Versicherung der betreffenden Herrn Beamten dafür. Ich würde deshalb empfehlen, die heut vom Herr Landrath Thilmany eingereichten deshalbigen Antrags zu versagen und zu versuchen, ob es diesem kleinen Corps unter Anführung des auch in seiner richterlichen Qualität ein bedeutendes Ansehen genießenden Herrn „Wutzes“ gelingt, die Ruhe zu erhalten. Wenn dies aber fehlschlägt, so wird nichts anders übrig bleiben, als eine Truppe auf längere Zeit nach Bitburg zu verlegen.
Die zum Dienst als Schutzmannschaften bezeichnete Personen fehlt es teilweise an Sätteln: Es wäre die Frage, ob solche nicht ( in der Zahl von 8-10) aus dem Zeughäusschen abgegeben werden könnten.
Ich erlaube mir schließlich die Bitte, die vorstehenden Bemerkungen Herrn Landrat Thilmany mitteilen zu wollen. Wenn persönliche Verhältnisse mich nicht abhalten können ohne Rückhalt zu sprechen, muss ich doch , den Versuch zu vermeiden, als habe ich das in versteckter Weise getan.
Die über die Speicherer Verhältnisse ertellten Bericht habe ich Herrn Landrat Thilmany selbst vorgelegt. Er versprach mir, seinerseits gleichzeitig zu berichten.
18 Juni 1848
An die königliche hochlöbliche Regierung zu Trier
Die unterzeichnete Gemeinderäthe, Wahl- und Bürgerwehrmänner, ersuchen eine hochlöbliche Regierung, doch baldigst eine Entscheidung der, unterm 31 Mai und folgenden Tagen eingereichten Proteste, die Denunciation gegen die Stadt Bitburg betreffend, erteilen zu wollen.
Sollte indessen die hochlöbliche Regierung bis zum 22. dieses Monats nicht zur Erledigung geschritten sein, so sieht sich die Gemeinde veranlasst, den ganzen Sachverhalt unserm Abgeordneten in Berlin zuzusenden, und durch das Meckern zu veranlassen.
[1] Halboffene, zwei oder vierspännige Kutsche
[1] Gemeint ist Karl Theodor Grün (1817-1887), ein linker Politiker, der 1848 für den Kreis Wittlich in die in Frankfurt tagende preußische Nationalversammlung gewählt wurde.
30.05.1848 Verteidigungsschreiben durch Landrat Thilmany auf Schedes Bericht vom 18.05.1848
Bitburg den 30 May 1848
Revision des Kreises Bitburg
An ein königliches hochlöbliches Regierungs-Präsidium zu Trier
Der Herr Regierungs-Commissar hat auf seiner Revisionsreise durch den Kreis Bitburg Eindrücke empfangen, aus denen Urtheile über Zustände und Personen hervorgegangen, die ich als unrichtig nachweisen werde. Müsste ich aus persönlicher Bekanntschaft den Character des Herrn Comissars nicht hochachten, so könnte ich seinen Bericht nicht anders als ein Meisterstück in der Verdächtigungskunst bezeichnen, als ein Muster in der Fertigkeit die Anklage so stellen, dass die Vertheidigung fast zur Unmöglichkeit wird, wenn sie weiter thun will, als auf eine bloße Negation sich zu beschränken.
Der Herr Regierungs-Commissar hat ehrlich gehandelt, wenn auch nicht nach meinem Sinne, er wollte seine Operationen nicht hinter meinem Rücken wirken lassen. Halte ich das auch für nichts als pure Schuldigkeit, so muss ich ihm dafür doch meine besondere Achtung zahlen, da die Offenheit noch immer nicht recht in die Oeffentlichkeit treten will.
In der gegenwärtigen unvollständigen Fassung lässt sich der Bericht meinerseits gar nicht beantworten; denn es fehlet den gebildeten Urtheilen die Geschichte ihrer Entstehung, die tathsächliche Motivierung. Die Quelle aus welcher geschöpft worden zu sein scheint, ist nicht rein, oder die Brille, durch welche geschaut worden ist, war gefärbt, vielleicht beides zusammen, so dass das dargestellte der Königlichen Regierung nicht das darzustellende, nicht die Wirklichkeit, nicht die objektive Wahrheit gibt.
Bevor ich antworten kann, sind mir folgende Aufschlüsse nothwendig und da ich antworten muss und ohne Rückhalt antworten will, so beantrage ich die Erledigung folgender Punkte:
- Der Herr Regierungs-Commissar will schon bei seiner ersten Anwesenheit in Bitburg Gelegenheit gefunden haben, die Wahrnehmung zu machen, dass dieses Städtchen von „einem üblen Geiste der Unordnung, von mißverstandenen und unverdauten politischen und sozialen Ideen erfüllt sei!“
Thilmany: Wann wo und wie sind diese Wahrnehmungen gemacht worden, aus denen dieses Urtheil über Bitburg begründet werden könnte?
2. „Diese Bemerkung bestätigte sich durch alles, was der Herr Commissar auf der ganzen Tour durch die Eifel über Bitburg hörte:“
Thilmany: Was hat er gehört, von wem und ist das, was er gehört hat auch wahr?
3. „Endlich aber auch durch die Erlebnisse bei seiner letzten Anwesenheit“
Thilmany: Was sind das für Erlebnisse?
4. „In Bitburg sind viele Volksversammlungen gehalten worden, in denen vielfach Dinge vorgetragen sein mögen (!!!), die der Fassungskraft der großen Masse nicht mundrecht gemacht werden konnten, und daher in ihren Köpfen nicht die ursprüngliche polititsche und sozialistische Gestaltung behielten.“
Thilmany: Hat sich der Herr Berichterstatter hierbei etwas bestimmtes gedacht und vor Augen gehabt, so bitte ich es durch ein Beispiel zu erläutern, da meine Vertheidigung diesen Passus sonst nirgend zu greifen weiß.“
5. „Die längere und wiederholte Anwesenheit des Herren Grün in Bitburg hat nach allem, was mir hinterbracht wurde, viel zu dem entstandenen verkehrten Aufregung beigetragen.“
Thilmany:
- Was für eine Aufregung ist denn hier gemeint?
- Was berechtigt, sie eine „verkehrtes“ zu nennen;
- Wie ist sie in Verbindung mit Herrn Grün zu bringen?
- Was ist hinterbracht worden, waren es Wahrheiten oder irrige Ansichten der Hinterbringer? Wer hat es hinterbracht?
Meiner subjectiven Überzeugung ist es, dass die wiederholte Anwesenheit Grüns auf die Bildung des Urtheils und der Stimmung der hiesigen Bevölkerung nur einen durchaus günstigen Einfluss ausgeübt hat. Andere mögen anders über ihn urtheilen, das ist Sache des Gewissens und der persönlichen Freiheit. Ich meines Theils bedaure, dass ein Talent wie das seinige, ausgerüstet mit den gediegendsten Studien und den patriotischstem Willen nicht besser erkannt und placiert wird, weil es bequemer ist autoritätsgläubig den Stab über den Werth eines Menschen zu brechen, als sich selber ein Urtheil mit Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit darüber zu bilden.
6. „Aber grade sein Auftreten, sein vertrauter Umfang mit Grün, der stets bei ihm wohnte, und ihn ganz eingenommen zu haben scheint, hat sehr viel verdorben.“
Thilmany: Was ist verdorben worden? Oder worin hat das Auftreten und der vertraute Umgang des Landraths mit Grün etwas verdorben?
7. „Er hat geglaubt, durch Belehrung in den Versammlungen wirken zu können, die Sache ist ihm aber über den Kopfe gewachsen, und er hat dabei seine Autorität als Beamter eingebüßt ohne doch der anerkannte Führer der Volkspartei geworden zu sein.“
Thilmany: Führer der Volksparthei zu werden, habe ich zur Zeit auch nicht ambirt. Die Volksversammlung habe ich leider nur zweimal besuchen können, weil ich meistentheils in jener Zeit auf Dienstreisen war. Daß meine Theilnahme von diesen Versammlungen dem Gemeinwesen und der Richtung des Geistes der Gemeinde nicht geschadet hat, werden diejenigen besser beurtheilen, welche regeres Interesse für das öffentliche Leben und seine Pflichten beweisen. Dass ich die Autorität als Beamter eingebüßt hätte, kann doch wohl nur aus Tathsachen gefolgert werden. Wo sind diese Tathsachen?
8.„Dazu kommt, dass er meines Ermessens bei den unruhigen Auftritten auf dem Lande sehr unrichtig verfahren hat.“
Thilmany: Wie denkt sich der Herr Berichterstatter meine Aufgabe? Was hatte ich zu thun? Unter welchen Umständen hatte ich zu handeln, und was ist dann meinerseits gethan worden, das durch den Erfolg nicht gerechtfertigt worden ist?
9. „Er hat die Vermittlungsversuche in Wallendorf, Bollendorf und Speicher viel zu weit getrieben.“
Thilmany: Was glaubt der Herr Referent speziell, dass ich an den genannten Orten zu thun gefunden hätte? Was glaubt er, dass ich dort gethan hätte. Von Vermittlungsversuchen weiss ich nichts, da ich immer vollendete Tathsachen vorfand. Ich habe nach Umständen gehandelt und dabei das Gesetz zur Richtschnur genommen, wie ich bis in die letzte Consequenz meiner Handlungsweise darzulegen im Stande sein glaube. Vorerst aber wünsche ich den ausgesprochenen Tadel in eine speziellere Artikulation gebracht.
10. "Durch diese Haltung hat er sich die Gemüther der wohlhabenderen Bauern, und ich muss es sagen, der Beamten durchweg entfremdet.“
Thilmany: Ob meine Haltung eine schwankende, oder eine consequente aus einem Prinzip folgende war, wird erst die Erörterung des vorhergehenden beurtheilen lassen. Ob die Gemüther der wohlhabenderen Bauern und der Beamten mir entfremdet sind, vermag ein kaum dreitätiger Aufenthalt im Kreise nicht zu constatieren. Daß ich das Vertrauen grade im Bauernstand verloren hätte, ist mir noch nicht merkbar geworden, dass es einzelne gibt, deren Sympathie ich nicht habe, ist leicht möglich, weil der Beamte Gesetze zu vollziehen hat, die nicht die Sympathien der öffentlichen Meinung oder einzelner Klassen für sich haben. Sind doch der Herrn Pfarrer mehre, welche im Angesichte des Gesetzes mir die Schuld persönlich beilegen, dass ihre Pfarrökonomie Gebäude aus den Revenuen (Einnahmen) der Dotal-Güter (Grundstock des Kirchenvermögens) und nicht aus der Gemeindekasse Kosten repariert werden sollen. Wenn solche Urtheile beim grünen Holze vorkommen, auf was kann man da nicht beim dörren (Holze) gefasst sein? Das Verbot der Strohdächer halten viele für eine Erfindung von mir. In den Augen mancher gilt der Landrath für omnipotent „und wenn ein gestellter Antrag nicht durchgeht, so ist es bei diesen Leuten stets der böse Wille des Landraths, dem die Schuld gegeben wird, und nicht die wirkliche Ursache, nicht das entgegenstehende Gesetz, nicht die Unvernünftigkeit des Antspruches. Ob meine Haltung gegenüber der Bewegungen der neueren Zeit an der Entfremdung einzelner Gemüther schuld ist, vermag ich erst dann zu beleuchten, wenn die angeblich entfremdeten Gemüther genannt sind. Dann die Königliche Regierung bitte ich nicht zu übersehen, dass ganz andere Ursachen dieser Entfremdung zu Grunde liegen können.
11. „Von ganz gewöhnlichen Ackerern kann man hören, „ dass ihm Mangel an Haltung vorgeworfen wird.
Thilmany: Um zu wissen, was der gewöhnliche Ackerer sich unter Mangel an Haltung vorstellte, wären mir die ipsissime verba der betreffenden Ackererer zu wissen nothwendig.
12. „So ist es leider ein factum, dass mindestens in einem großen Theile des Kreises seine Stellung sehr compromittiert ist.
Thilmany: Ich wünsche das „compromittiert“ etwas näher erläutert.
13. „Dazu kommt das Bestreben, bei der Wahl in Schönecken für Grün zu wirken, was ihm in der Eifel sehr verdacht wird.“
Thilmany: In welcher Weise hat nach den Erkundigungen des Herrn Referenten dieses Bestreben sich denn kund gegeben? Kann ein einziger Wahlmann genannt werden, der von mir die Aufforderung gehört haben will, dass er „Grün seine Stimme geben solle“? Wer in der Eifel hat mir meine Haltung in Schönecken verdacht? Ich werde den jungen Wahlkörper veranlassen, sich unumwunden über mein Benehmen in Schönecken öffentlich auszusprechen, und dann mag die Königliche Regierung beurtheilen, ob mir mit Grund etwas verdacht werden kann.
14. „Äußerst unangenehme Auftritte standen in Schönecken noch bevor.“
Thilmany: Was waren das für Auftritte, und in welcher Absicht finden sie einen Platz in diesem Berichte?
15. „Bei der Rückwirkung, welche die Vorfälle in Bitburg auf das Land ausüben, kommt es wesentlich darauf an, die Stadt Bitburg zur Ordnung zu bringen.“
Thilmany: Wer die Stimmung und den Geist Bitburgs wirklich kennt, und nicht blos die Stimme einzelner weniger hört, der ist verpflichtet, zu sagen, dass Bitburg in Ordnung ist. Der Geist der hiesigen Bürgerschaft huldigt allerdings dem entschiedenen Fortschritte, und ist erklärter Feind aller unehrlichen Halbheiten, insbesondere aber Feind der Scheu vor Öffentlichkeit. Den Fortschritt will er mit Ordnung und nicht durch Gewalt, so lange diese sich vermeiden lässt. So ist dann auch während der ganzen Revolution hier im Orte nach keine Handlung der Gewalt, keine Handlung Ungesetzlichkeit von der Gemeinde oder ihrer Majorität ausgegangen oder vorgenommen worden, wie es anderwärts fast überall vorkam. Das Ereignis mit der 4spännigen Post, worin der Prinz von Preußen vermuthet worden ist, bleibt eine Ungezogenheit, aber es beweiset nicht einen Geist der Unordnung in der Gemeinde, so lange der Vorwurf, welcher dem Prinz von Preußen von Seiten des Volkes gemacht wird, seine plausibele Widerlegung von anderer Seite nicht gefunden hat. Ungezogenheit bekämpft man nicht mit Bajonetten; und Volkurtheile, sind sie irrig, berichtigt man nicht mit Compagnien. Die Excesse mit den Adlerschildern werden hier missbilligt; es wird sogar geargwohnt, eine Parthei, deren Furcht gerne von Soldaten umgeben wäre, oder die Bitburg gerne in üblen Ruf brächte, sei der Urheber dieser Excesse, nicht aber die Gesinnung der Stadt. Der Urheber der nächtlichen Wegnahme des Schildes vom Einnehmer Thanisch ist gar nicht zu entdecken. Ich folgere daraus, dass die Wegnahme nicht im Completten nicht durch mehre erfolgt ist, und dass, was einer oder zwei thun, keinen Rückfluss auf die Gemeinde zulässt. Eben auch Excesse dieser Art waren radical nicht durch Compagnien, sondern nur durch Aufklärung beseitigt. Der Zweck, welchen man mit der ostensibeln (auffällig zur Schau gestellten) Aufpflanzung der Adlerschilder und der preußischen Fahne neben der deutschen Fahne verfolgt, wird nicht erreicht; die offizielle Handlung wird als ein offizieller Angriff auf die deutsche Einheit vielfach interpretiert, und somit das alte verderbliche Misstrauen des Volkes in die Aufrichtigkeit der Versicherungen des Gouvernements nur verstärkt und gereizt. Hält die Regierung diese Interpretation für falsch, so sind wiederum nicht Compagnien das rechte Mittel zur Berichtigung, und zur Verständigung mit dem Volke.
Ad 3. der nächtliche Zug nach Matzen ist mit zu starken Farben gemalt, ich habe genaue Erkundigungen eingezogen, es war nichts wie eine nächtliche muthwillige Promenade von minderjährigen Burschen. In seiner Ruhe ist in Matzen niemand gestört worden.
Ad 4. die Äußerung, welche der Bitburger Wahlmännern in Schönecken in den Mund gelegt wird, ist eine so knabenhafte Dummheit, dass man staunen muss, wie sie nacherzählt werden kann. Man frage die Soldaten, welche hier lagen, ob sie irgend eine Klage über ihre Aufnahme seitens der hiesigen Bürgerschaft zu führen habe? Ob sie irgend eine Antizipation wahrgenommen haben?
Wir theilen hier in keiner Weise das unpatriotische und undeutsche Vorurtheil Triers gegen andere deutsche Truppen als das 30. Infanterie Regiment. Nein, wir haben diesen Local-Fanatismus auf das Entschiedenste missbilligt, und für uns wird ein deutsches Regiment nie das Motiv zu Barrikaden werden, es sei denn dass es seine deutsche Abkunft feindlich verleugne. Wir brauchen daher auch von den Tagen des 2ten und 3ten Mais nicht zu lernen.
Von Weigerungen, Einquartierungen aufzunehmen, ist mir nur eine einzige bekannt gewesen, und zwar die des Uhrmachers Steil. Und diese Weigerung scheint nicht unbegründet, weil er blos Hausmeister ist, und keinen Raum übrig hatte. Dies war das einzige Motiv seiner Weigerung, und keineswegs die Teilnahme an jenem Geiste dessen unglückliche Unterstellung den Herrn Referenten so sehr gegen Bitburg eingenommen zu haben scheint.
Ich wiederhole es, dass ich nicht dringend genug vor unzeitiger Entsendung von Truppen exekutionswegs abrathen kann.
Zur Aufrechthaltung der Ordnung hierselbst haben wir keine Soldaten nothwendig; wir brauchen nur das Vertrauen der Regierung, welches nicht zu gewähren der Antrag des Herrn Regierungs Commissars ist.
Dass in der Infanterie der hier constituierten Bürger-Garde durchweg der vom Herrn Regierungs Commissar geschilderte Geist herrschte, dem unter keinen Umständen Waffen irgend einer Art gegeben werden dürften, scheint mir Gespenst der Furcht zu sein, welches dem Herrn Regierungs-Commissar nur von solchen Leuten vorgeführt worden sein kann, die in jeder Bewegung den Untergang ihrer geistesträgen Ruhe besorgen oder der Beeinträchtigung süßer aber fauler Gewohnheiten und Vorrechte sicher sind.
Will eine Regierung nicht alles vertrauen einbüßen, so halte sie Wort, nachdem von Seiten der Bürgerwehr und der Gemeinde alle die dilatorischen Bedingungen erfüllt worden sind, unter welchen die Waffen zugesagt wurden. Gegen den Missbrauch der Waffen bürgt die Organisation und das genehmigte Statut der Bürgerwehr selber, wonach die Waffen bei den Zugführern aufbewahrt und meist nur von Landwehrleuten gehandhabt werden sollen. Nichts ist schlimmer in dieser Zeit, als versprechen und nicht Wort halten.
30.05.1848 Antwort des Bitburger Gemeinderates auf den Bericht des Assessor Schede vom 18.05.1848
Aufgrund eines vielfach circulierenden Berichtes, dass von Seiten des vor einiger Zeit hier gewesenen Assessor Schede schwere Beschuldigungen bei Königlicher Regierung gegen die hiesige Gemeinde vorgebracht worden, und diese in Folge derselben mit einer Compagnie Militär bedroht sei, ersuchten mehrere Mitglieder des Gemeinderathes den Herrn Bürgermeister Coupette auf heute eine extraordinaire Sitzung desselben abzuhalten. In derselben wurde der Vorschlag gemacht den Herrn Landrat Thilmany zu ersuchen, die ihm etwa deshalb zugegangenen Verfügungen vorzulegen, eventuell an der Sitzung teilzunehmen. Herrn Landrat, dem Wunsche der Gemeinde entsprechend, teilte uns den Bericht des Herrn Assessors Schede vom 18ten des Monats zur Einsicht mit, aus welchem wir nun nicht nur das die Gemeinde höchst aufregende Gerücht und die angedrohten Maßregeln bestätigt, sondern auch erkannten, das
- Das der Gemeinde ein Geist der Unordnung angedichtet wird, den dieselbe verabscheut.
- Tatsachen entstellt und erscheinend absichtlich vergrößert worden
- Männer angegriffen und verdächtigt sind, die durch bewiesene Tat und Gesinnungstüchtigkeit unser volles Zutrauen erworben haben
Wenn Herr Assessor Schede die durch die politischen Verhältnisse hervorgerufene Aufregung der Gemüther für eine bestehenden Geist der Unordnung erkannt hat; so müssen wir allerdings gestehen, dass auch unsere Vaterstadt von demselben nicht frei geblieben ist. Die Darstellung der als Beleg seiner Behauptung angehörten vier Punkte können wir aber nicht als der Wahrheit getreu anerkennen. Wenn ein Königlicher Prinz in einem kleinen Landstädtchen ankommt so wird dieses überall, und auch in den ruhigsten Zeiten eine Menschenmasse zusammen rufen.
Die Rückkehr seiner königlichen Hoheit des Prinzen von Preußen war an demselben Tage, an welchem eine Vierspännige Chaise hier ankam, in aller Zeitungen zu lesen. In welcher Weise damals die Presse sich hierüber ausgesprochen ist bekannt und hierin auch der wahre Grund der momentanen Aufregung zu suchen gewesen.
Einige haben sich bei dieser Gelegenheit, wie man hört, Äußerungen erlaubt, die auf eine Beleidigung des im Wagen sitzenden anspielten. So wenig aber diese einzelnen Äußerungen den Geist der ganzen Einwohnerschaft ausgedrückt haben können, ebenso wenig konnte dieser Vorfall, welcher Allgemein missbilligt wurde als unvorgesehen und schnell vorübergehend verhindert werden.
Nicht weniger als gegen die vorhergehende Anklage muss sich die Gemeinde gegen die Anschuldigung verwahren, dass die Excesse gegen die Adlerschilder fast nirgends als in Bitburg mehr vorkommen. Es ist bis heute noch durchaus nicht erwiesen wer das (Schild) des Einnehmers Thanisch gestohlen hat; es kann daher sowohl dieser Fall als ähnliche kleinliche Kundgebungen, die wie in einem speciellen Falle bekannt auch früher nur von der Jugend ausgingen, die Gesinnung der Stadt Bitburg nicht bezeichnen.
Der von Herr Schede so gefährlich dargestellte Fall, wonach 30 bis 60 Menschen in Matzen bei nächtlicher Weile gegen 12 Uhr einen solchen Lärm gemacht haben sollten, das die Einwohner vor Angst sich nicht aus den Häusern trauten, reduziert sich darauf, das eine viel geringere Anzahl Jungen zwischen 9 und 10 Uhr Soldaten spielten, und ist nach Versicherung vieler Einwohner von Matzen durchaus unschuldiger Natur gewesen. Wenn Herr Schede sagt: Von dem in Bitburg herrschenden Geiste gibt der Umstand einen Beweis, das dort gewählte Wahlmänner in Schönecken am 10ten des Monats äußerten, wenn eine Compagnie des 26. Regiments nach Bitburg käme, so würden sie dort desarmiert werden und das gestern allgemein das Gerücht war, die von Prüm heimkehrende 7te Kompagnie des 30ten Regiments solle vergiftet werden, so muss es Erstaunen erregen, wie ein Beamter vom Range des Herrn Schede seine vorgesetzten Behörde im Ernste derartiges berichten kann. Wir geben unseren Wahlmännern anheim ob und welche Maßregeln sie dem Herrn Schede gegenüber ergreifen werden, verweisen aber im Interesse der Einwohnerschaft auf den Empfang welcher beiden Corps hier zu Theil geworden ist.
Die angeblich mehrfachen Weigerungen Einquartierung aufzunehmen reduzieren sich auf einen Fall, wo die Einquartierungs Commission einen armen Uhrmacher, welcher ein Schlafzimmer und seine Werkstatt miethweise bewohnt, einen Mann hingelegt hatte. Seine Weigerung hat insofernen Grund als derselbe zwei ganz kleine Kinder und zur Aufnahme von Militär keinen andern als den hiervon bezeichneten Raum hat. Sein neu geborenes Kind fanden sich die Frauen von Bitburg neulich bei dem Tode seiner Frau veranlasst, an seiner helflosen Lage anderwärts unter zu bringen. Kann nun aus solchen Verhältnissen eines Mannes und daraus erfolgter Weigerung Einquartierung aufzunehmen, auf bösen Geist der hiesigen Bürgerschaft geschlossen werden, oder hat nicht vielmehr ein Missgriff der Einquartierungs-Commission stattgefunden? Im Gegensatze zu Vorstehendem können wir Fälle aufführen, wo hiesige Einwohner Einquartierung von denselben Corps freiwillig und unaufgefordert übernommen haben.
Aber die von Herrn Schede aus seinen gemachten Beobachtungen gezogenen Folgerungen das hier dieselbe Stimmung herrsche, wie sie in Trier vor dem 2. und 3. Mai gewesen, können wir nach Vorstehenden umso mehr hinaus gehen, als wir uns nicht davon betroffen fühlten, bemerkten aber hierbei, das der größte Auflauf welcher hier vorgekommen, bei der Gelegenheit stattfand, wo die hiesige Bürgerschaft, ohne als Bürgerwehr organisiert gewesen zu sein, zum Schutze der Steuer und Gemeindekasse Alsdorf zusammentrat, um einem Angriff auf dieselbe von Seiten der Einwohner von Bettingen die zu diesem Zwecke in einer Anzahl von 70 bis 80 hierhin gekommen waren abzuweisen, und glücklich abgewiesen hat.
Wenn aber von einem bösen Geiste die Rede seyn kann, so kann es nur der seyn, welcher im Publikum durch entstellenden Berichte wie der vorliegende heraufgeschworen wird. Bis heute haben hier, wir sagen uns dieses zum Ruhm nach, Excesse, wie sie an anderen Orten vielfach vorgenkommen, nicht stattgefunden und wir werden die Gemeinde falls man uns die zusagten Waffen, nachdem die auferlegten Bedingungen von uns erfüllt wurden, dennoch verweigert selbst ohne bewaffnete Bürgerwehr davor auch ferner zu bewahren wissen; wir verwahren uns aber vor dem ganzen Inhalte des viel erwähnten Berichtes als eines in allen Theilen nicht getroffenen Bildes hiesiger Zustände.
Wir verwahren uns gegen die Verleumdungen unseres ersten Beamten des Kreises, dessen Autorität als Beamten nie höher gestellt war, der in der öffentlichen Meinung nie höher gestanden hat, als jetzt; Wir verwahren uns gegen die Verdächtigung des durch die Anwesenheit des Herrn Dr. Grün hier „vieles verdorben“ worden, und können es nur bedauern derselben den wir als Ehrenmann und vielbegabtes Talent kennen lernten als Abgeordneten nach Frankfurt diesmal nicht durchgebracht zu haben. In unserem Innersten durch den die hiesigen Verhältnisse entstellenden Bericht des Herrn Assessor Schede verletzt, verlangen wir specielle Angaben der Quellen aus welchem derselbe geschöpft, indem wir uns weitere Maßregeln gegen die Denunzianten vorbehalten und uns zur Beruhigung des Publikums zur Veröffentlichung der Sachlage genötigt sehen. Kann eine hochlöbliche Regierung auf unsern hier ausgesprochene Bitte nicht eingehen, so sehen wir uns gezwungen, das ganze Sachverhältnis unserm Abgeordneten in Berlin mitzuteilen, zur Interpellierung (zu einer Erklärung auffordern) der Minister in der Kammer, um von dort aus den nötigen Schutz gegen entstellenden Berichte zu erlangen.
Der Gemeinderat und Stellvertreter
Nikolaus Well, Peter Wallenborn, Hubert Prim, Quirin Maas, Wihelm Zangerle, Nikolaus Scholer, Maus, Pelzer, Neuerburg,
