Aus dem Stadtarchiv:   Bitburg im Jahr 1848: Landrat Thilmanys Rolle bei stattgefundenen Volksversammlungen

Die liegen in wiederholter Anwesenheit des Karl Theodor Grün in Bitburg.“ Dieser Karl Theodor Grün war ein linker Politiker, der den Kreis Wittlich als gewählter Teilnehmer in der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche vertreten hat. Wie auch Landrat Thilmany hatte Grün progressive Ansichten, was natürlich von Regierungsseite sehr kritisch gesehen wurde. Dementsprechend kritisiert Schede auch den in Diensten der Regierung stehenden Landrat Thilmany, in dem erschreibt: „Der Landrat hat sich bei diesen Versammlungen sehr oft beteiligt, gewiss in der allerbesten Absicht aber sein Auftreten, sein vertrauter Umgang mit Grün, der stets bei ihm wohnte, und ihn ganz eingenommen zu haben scheint, hat sehr viel verdorben. Er hat geglaubt, durch Belehrung in den Versammlungen wirken zu können, die Sache ist ihm aber über den Kopf gewachsen und er hat dabei seine Autorität als Beamter eingebüßt, ohne doch der anerkannte Führer der Volkspartei geworden zu sein. Dazu kommt, dass er sich bei den unruhigen Auftritten auf dem Lande sehr unrichtig verfahren hat.“ Beweise für diese Behauptungen hat Schede übrigens nie vorlegen können. Er soll seinen Bericht auf mündlicher Überlieferung aufgebaut haben.