
Die fünfte Station ist der Gedenkstele „Der Riss“ am Marktplatz gewidmet, denn sie erinnert an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Bitburgs, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Der Standort ist bewusst gewählt, denn in unmittelbarer Nähe befanden sich einst die Häuser vieler jüdischer Familien sowie die ehemalige Synagoge.
Auf der von dem Bildhauer Sebastian Langner geschaffenen Stele sind die Namen der 22 jüdischen Opfer aus Bitburg verzeichnet. Eine angedeutete Menora verweist auf ihren Glauben. Das zentrales Gestaltungselement ist der Riss, der in Richtung der ehemaligen Synagoge weist. Entlang dieses Bronzebandes sind die Stufen der Verfolgung aufgeführt: von „verachtet“ und „diffamiert“ über „ausgegrenzt“, „boykottiert“, „stigmatisiert“, „entrechtet“ und „beraubt“ bis hin zu „vertrieben“, „deportiert“ und „ermordet“.
Der Riss steht symbolisch für eine nicht verheilte Wunde sowie für den tiefen Bruch, den die nationalsozialistische Gewalt in die Gesellschaft gerissen hat.
Die Gedenkstele erinnert an die Opfer und mahnt zugleich, wohin Ausgrenzung und Entrechtung führen können. Sie erinnert an die Verantwortung aller, solchen Entwicklungen auch in der Gegenwart entgegenzutreten.
Weitere Informationen zur Gedenkstele finden sich hier.
