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Station 4
Synagoge

Synagoge

Ansichtskarte der Bitburger Synagoge um 1910
Ansichtskarte der Bitburger Synagoge um 1910

Die Synagoge war der zentrale religiöse und gesellschaftliche Ort der jüdischen Gemeinde in Bitburg. Seit wann jüdische Menschen in Bitburg lebten, ist nicht genau bekannt. Der erste urkundliche Nachweis einer jüdischen Familie stammt aus dem Jahr 1824. Dabei handelte es sich vermutlich um den aus Kordel stammenden Handelsmann Kallmann Pelzer. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ist ein merklicher Zuzug jüdischer Familien zu verzeichnen.[1]

Zunächst verfügte die Gemeinde über keine eigene Synagoge. Gottesdienste fanden in einem „Betlocal“ in einem der jüdischen Privathäuser statt. Jahrzehntelang besaß Bitburg keine Synagogengemeinde. 1877 erwarben schließlich 40 jüdische Bürger ein Grundstück an der Ecke Rautenberg/Klausweg und errichteten dort eine eigene Synagoge. Da der Synagogenbau die finanziellen Mittel der kleinen Gemeinde überstieg, wurden Glaubensgenossen außerhalb Bitburgs zu Spenden aufgerufen.[1]

Zu Beginn der NS-Zeit lebten etwa 70 Einwohner jüdischen Glaubens in der Kleinstadt Bitburg. Mit der zunehmenden Verfolgung emigrierten die meisten von ihnen in den Jahren bis 1939 ins Ausland. Diejenigen, die zurückblieben, wurden weiter ausgegrenzt und entrechtet. Im November 1938 verwüsteten vermutlich SA-Mitglieder und NSDAP Parteigänger die Behausungen jüdischer Bewohner sowie die Synagoge der Stadt. Im April 1942 wurden die letzten vier in Bitburg lebenden Juden, zusammen mit anderen aus dem Landkreis, deportiert. Insgesamt wurden nachweislich 22 gebürtige oder längere Zeit in Bitburg lebende jüdische Bürgerinnen und Bürger ermordet.

Synagoge am Rautenberg nach dem 2. Weltkrieg, links Walter Thielgen (Original im Archiv Familie Thielgen)
links hinten sieht man die Synagoge am Rautenberg, aufgenommen wurde das Foto nach dem 2. Weltkrieg 

Das Synagogengebäude wurde 1944 durch Kriegseinwirkungen beschädigt. Anfang der 1950er Jahre wurde die Ruine schließlich abgerissen, da die jüdische Gemeinde Triers keinen Nutzen mehr für das Gebäude hatte. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Tankstelle. Eine kleine Infotafel erinnert an den einst so wichtigen Ort für die jüdische Gemeinde.


[1] Neu, Peter: Entstehung und Entwicklung der jüdischen Gemeinde Bitburg, URL: https://www.bitburg.de/arbeitskreis-gedenken/juedische-gemeinde-bitburg/#accordion-1-0 (30.06.2026)