
Das heutige Amtsgericht der Stadt Bitburg befindet sich in der Gerichtsstraße 2/4. Das Gebäude wurde 1937 errichtet, da das vorherige Amtsgerichtsgebäude erhebliche bauliche Mängel aufwies. Am 14. Dezember 1937 wurde es feierlich eingeweiht. Schon bei der Einweihung wurde die enge Verknüpfung von Justiz und nationalsozialistischer Ideologie deutlich.

Ein Bericht aus der Bitburger Zeitung vom 15. Dezember 1937 beschreibt die Einweihungsfeier, die sowohl von wichtigen Vertretern der Justiz als auch von Repräsentanten der NSDAP durchgeführt wurde. Im Artikel heißt es, der Landgerichtspräsident Weck habe bei seiner Ansprache betont, „in welchem Maße der nationalsozialistische Grundsatz ‚Schönheit der Arbeit‘ in den weiten, lichten Räumen des Amtsgerichts verwirklicht sei.“ Zugleich forderte er die Beamten und Angestellten des Gerichtes auf, ihre Arbeit „durch Treue, von nationalsozialistischer Rechtsauffassung“ zu verrichten. Auch der damalige Kreisleiter Johann Jakobs betone, es sei „eine Aufgabe der Zukunft“, die Ziele der NSDAP „durch eine lebensechte, nationalsozialistische Rechtsprechung […] auf dem Teilgebiet der Justiz zur Geltung zu bringen.“ Die Feier endete mit einem „Sieg Heil“ auf den Führer und dem Abspielen der Nationalhymne durch eine SA-Kapelle.
Die Einweihungsfeier macht deutlich, dass das Amtsgericht keine neutrale Institution mehr war, sondern Teil einer „gleichgeschalteten“ Justiz. Welche konkrete Rolle das Amtsgericht in Bitburg dabei spielte, lässt sich nur begrenzt rekonstruieren. Klar ist aber, dass für Richter und Beamte, wie in allen Gerichten des Deutschen Reiches, eine „nationalsozialistische Rechtsauffassung“ offizielle Grundlage ihrer Arbeit bilden sollte. Auch eine Postkarte des Amtsgerichts aus dem Jahr 1939 unterstreicht diesen Umstand, da oberhalb des Haupteingangs der Reichsadler präsentiert ist.

Im Januar 1945 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff schwer beschädigt.
Schon im Juli 1945 begann der Wiederaufbau, sodass das Haus bis heute als Amtsgericht der Stadt Bitburg genutzt wird.

Quelle: von Schichau, Werner: Der Gerichtsstandort Bitburg. Historie und Histörchen, Bitburg 32009.
