
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Synagoge
Seit wann Juden in Bitburg gelebt haben ist nicht bekannt. Der erste urkundliche Nachweis einer in Bitburg ansässigen jüdischen Familie stammt aus dem Jahre 1824; dabei handelte es sich wahrscheinlich um den Handelsmann Kallmann Pelzer, der aus Kordel stammte. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts war ein merklicher Zuzug jüdischer Familien zu verzeichnen.
Jahrzehntelang besaß Bitburg keine Synagogengemeinde. 1877 erwarben 40 jüdische Bürger dann ein Grundstück an der Ecke Rautenberg/Klausweg und errichteten hier eine Synagoge, die das „Betlocal“ in einem der jüdischen Privathäuser ablöste. Da der Synagogenbau die finanziellen Mittel der kleinen Gemeinde überstieg, wurden Glaubensgenossen zu Spenden aufgerufen. (Aus einer Anzeige in „Der Israelit“ vom 21. August 1878)
Zu Beginn der NS-Zeit lebten etwa 70 Einwohner jüdischen Glaubens in der Kleinstadt Bitburg; den meisten gelang in den Jahren bis 1939 die Emigration.
Im April 1942 wurden die letzten vier in Bitburg lebenden Juden – zusammen mit anderen aus dem Landkreis- deportiert.
Insgesamt sind nachweislich 22 gebürtige bzw. länger in Bitburg wohnende jüdische Bürger Opfer der sogenannten „Endlösung“ geworden, siehe Stele.
Im November 1938 verwüsteten wahrscheinlich SA Mitglieder und NSDAP Parteigänger die Behausungen jüdischer Bewohner sowie die Synagoge der Stadt. Durch Kriegseinwirkungen wurde das Synagogengebäude beschädigt. Anfang der 1950er Jahre wurde die Ruine der Synagoge schließlich abgebrochen.


