Neustart für das Beda-Quartier: Stadt Bitburg richtet den Blick konsequent nach vorn

Mit dem Ende des Projekts „Bit-Galerie“ endet ein Vorhaben, das die Innenstadtentwicklung in Bitburg über viele Jahre begleitet hat. Das von privaten Investoren entwickelte Projekt wurde von der Verwaltung und den städtischen Gremien stets eng und konstruktiv begleitet – von Bauleitplanung, Bauantragsverfahren über Verkehrsplanungen bis hin zu Platzgestaltungen. Wenn nun nach fast zwei Jahrzehnten von den privaten Investoren der Schlussstrich gezogen wird, eröffnet sich nun die Chance, die Zukunft des Quartiers rund um den Beda-Platz neu zu denken – gemeinsam, umsetzungsorientiert und mit einem klaren Blick auf die Anforderungen einer modernen Innenstadt.

Die vergangenen Jahre haben wertvolle Erkenntnisse geliefert. Diese Erfahrungen bilden nun die Grundlage für einen neuen Entwicklungsprozess, der von Beginn an auf eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten setzt. Stadt, Projektentwickler und Investoren werden den Weg künftig gemeinsam gestalten und die wesentlichen Aspekte der Quartiersentwicklung von Anfang an miteinander verzahnen. Städtebauliche Qualität, Innovationskraft und wirtschaftliche Tragfähigkeit sollen dabei gleichrangig berücksichtigt werden.

Der Neustart erfolgt ohne Zeitverlust: Die Stadt Bitburg hat bereits das renommierte Stadtplanungsbüro RHA beauftragt, gemeinsam mit den Eigentümern, Investoren, Projektentwicklern und allen Akteuren rund um den Beda-Platz ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für das Quartier zu entwickeln. Mit dem Auftrag soll ein strukturierter Prozess zur Neuausrichtung der Bitburger Innenstadt, insbesondere für das Beda-Quartier gestartet werden. Ziel ist es, gemeinsam mit Verwaltung, Politik und privaten Akteuren eine abgestimmte Zukunftsvision zu entwickeln, die bestehende Planungen, neue Ideen und aktuelle Rahmenbedingungen zusammenführt sowie wirtschaftlich tragfähig weiterentwickelt. Nach der entstandenen Zäsur soll der Entwicklung des Beda-Quartieres eine klare strategische Richtung gegeben werden - hin zu einem lebendigen Quartier mit modernem Einzelhandel, attraktiven Wohnangeboten, Gastronomie, Freizeit- und Aufenthaltsqualität sowie einem Kino als wichtigem kulturellen Anker. So soll ein attraktiver Nutzungsmix entstehen, der die Innenstadt nachhaltig stärkt und den Bedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern ebenso gerecht wird, wie den Anforderungen des Marktes.

Bürgermeister Heiko Jakobs:
„Über viele Jahre hinweg haben Rat und Verwaltung das Projekt ‚Bit-Galerie‘ engagiert und konstruktiv begleitet. Natürlich hätten wir uns eine Realisierung gewünscht. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass jetzt die Chance besteht, die Entwicklung des Beda-Quartiers mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre neu auszurichten. Wir werden den Prozess von Anfang an gemeinsam mit allen Beteiligten gestalten und die unterschiedlichen Anforderungen an Städtebau, Wirtschaftlichkeit und Aufenthaltsqualität zusammenführen. Ich bin zuversichtlich, dass wir so ein zukunftsfähiges Quartier entwickeln werden, das einen echten Mehrwert für unsere Innenstadt und die Menschen in Bitburg schafft. Ich danke ausdrücklich dem Projektentwickler Faco und besonders Stefan Kutscheid für das Engagement der vergangenen Jahre.“

Rainer Nickels, Vorstand der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, für die Investorengruppe:
"Aufgrund der langfristigen negativen Entwicklungen der letzten Jahre im Hinblick auf Finanzierbarkeit und Baukostenentwicklung sehen die Gesellschafter der Bit-Galerie leider keine Chance mehr auf Umsetzung des bestehenden Planungskonzeptes. Das vorliegende Projekt ist trotz seines stimmigen Konzepts der gemischten Nutzung aus Wohnen, Handel, Kino und Gastronomie sowie der gelungenen Architektur aufgrund der Marktgegebenheiten derzeit nicht wirtschaftlich umsetzbar. Die Gesellschafter haben sich darauf verständigt, dennoch eine positive Entwicklung auf den Grundstücken in kleinteiligeren Volumen voranzutreiben."

 Lars Messerich, Vorsitzender des Gewerbevereins Bitburg e.V.:
„Mit großem Bedauern nimmt der Gewerbeverein Bitburg zur Kenntnis, dass das bisherige Gebäudekonzept der Bit-Galerie unter den heutigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden kann.

Für den Gewerbeverein bleibt die Entwicklung dieses Innenstadtquartiers das bedeutendste Stadtentwicklungsprojekt für Bitburg. Das bisherige Gebäudekonzept ist wirtschaftlich nicht mehr realisierbar – die Bedeutung dieses Standortes und seine Chance für die gesamte Innenstadt sind jedoch unverändert groß.

Unser Dank gilt den Projektentwicklern und Gesellschaftern, die sich über viele Jahre mit großem Engagement und erheblichem finanziellem Einsatz für dieses Projekt eingesetzt haben. Dass eine Umsetzung heute nicht mehr möglich ist, liegt an den grundlegend veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und nicht am fehlenden Engagement der Beteiligten.

Jetzt gilt der Blick nach vorne. Wir begrüßen ausdrücklich, dass Projektentwickler, Gesellschafter, Stadt und Gewerbeverein weiterhin das gemeinsame Ziel verfolgen, für diesen zentralen Standort eine tragfähige Zukunftslösung zu entwickeln. Entscheidend bleibt, dass an dieser Stelle ein lebendiges Innenstadtquartier entsteht, das Einkaufen, Genießen, Erleben, Wohnen, ein modernes Kino, ein zentrales Parkangebot und eine hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbindet. Genau diese Qualitäten braucht das Herz unserer Stadt auch in Zukunft.

Für den weiteren Entwicklungsprozess wünschen wir uns eine zügige Fortsetzung auf der Grundlage klarer Entscheidungen, einer verlässlichen Struktur und eines gemeinsamen Verständnisses über die nächsten Schritte.

Heute endet ein Gebäudekonzept – die Vision eines starken und lebendigen Innenstadtquartiers für Bitburg lebt weiter. Der Gewerbeverein wird diesen Prozess aktiv begleiten und sich mit voller Überzeugung für eine hochwertige Quartiersentwicklung einsetzen. Gemeinsam können wir eine Lösung schaffen, auf die Bitburg auch in Zukunft stolz sein wird.“

Prof. Christa Reicher, Mitinhaberin des Planungsbüros RHA Reicher Haase Assoziierte und Professorin für Städtebau an der RWTH Aachen:
„Es freut mit sehr, dass wir unsere Expertise in Bitburg, meiner Heimatregion, zukünftig einbringen und die Vision für eine lebendige Innenstadt mitgestalten zu können. Der Beda-Platz muss der Nukleus der Stadt und damit Ausgangspunkt für eine Impulswirkung im Beda-Quartier und seinem Umfeld werden. Bei der Beschäftigung mit der Bit-Galerie hat mir sehr imponiert, dass Politik, Verwaltung, Projektentwickler und viele andere beteiligten Akteure äußerst ambitioniert und im Schulterschluss eine große Herausforderung gemeinsam angepackt haben, auch wenn sich die Rahmenbedingungen für eine Umsetzung jetzt geändert haben. Eine solche Allianz ist die beste Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung eines vitalen Innenstadtquartiers, aber dies erfordert Mut, Tatkraft und klare Entscheidungen. Eine lebendige, attraktive Innenstadt gibt es nicht zum Nulltarif!“

Das Ende der Bit-Galerie soll der Beginn eines neuen Kapitels sein. Das gemeinsame Ziel bleibt unverändert: das Beda-Quartier zu einem lebendigen, wirtschaftlich tragfähigen und identitätsstiftenden Mittelpunkt der Innenstadt zu entwickeln.